
Camus und Sartre mit Die Gerechten und Die Schmutzigen Hände im Staatstheater Regensburg, es war toll.
Warum fast? Die Gerechten gibt es auch als Hörspiel-Fassung aus dem Jahr 1950 – inhaltlich fast identisch, aber in Nuancen doch anders.
Einmal heißt es 1950: In erster Reihe, da steht man dem letzten Augenblick am nächsten. Wir in 2026 interpretieren dies als: Es gibt die erste Reihe. Und es gibt den letzten Augenblick. Heute gewichtet man ausgleichender. Jede Rolle hat ihr Gewicht. In Kriegsjahren ist alles fataler, es herrscht das All In. Zeit für Helden, denen man alles zuschreibt. Die erste Reihe UND den letzten Augenblick.
Ein andermal heißt es im Text früher „Russland wird glücklich werden“, heute wird daraus „Unser Land wird schön sein“. Heute geht es ums Sein, nicht ums Werden. Es geht ums Schöne, nicht ums Glück. Ums Uns, weniger um die konkrete Nation. Immerhin.